Ausbildung für Deutsche in Frankreich
Mit den Compagnons du Devoir können deutsche Berufseinsteiger (16 bis 19 Jahre) eine Handwerksausbildung absolvieren, die auch in Deutschland anerkannt ist.
Auch hierzu findet vor Beginn ein Sprachkurs statt.
Während der zwei- bis dreijährigen Lehre (je nach Beruf) besteht ein Ausbildungsverhältnis zwischen Lehrling, Handwerksbetrieb und einem Ausbildungszentrum der AOCD (Association ouvriere des Compagnons du Devoir). Letzteres übernimmt die überbetriebliche Ausbildung (bzw. Berufsschule), welche der Lehrling für etwa elf Wochen pro Jahr besucht.
Die berufsspezifischen Lehrinhalte werden hier von einem erfahrenen Compagnon vermittelt. Dieser besucht auch regelmäßig die Unternehmen, um sich von der dortigen Qualität der Ausbildung zu überzeugen und bei eventuellen Problemen zu helfen.
Zwischen den Lehrgängen werden die Azubis bei ihrer beruflichen Entwicklung von erfahrenen Gesellen in den jeweiligen Herbergen der Compagnons unterstützt.
Die Partnerschaft zwischen Compangnons und Unternehmen entspricht weitgehend der dualen Ausbildung in Deutschland und weist überdurchschnittliche Erfolge auf.
Die Kriterien für die Auswahl der Lehrbetriebe sind anspruchsvoll, denn sie sind wichtige Partner für einen erfolgreichen Berufsstart. In den Lehrbetrieben findet nämlich nicht nur die praxisbezogene Unterweisung statt, sondern sie sollen alle anderen Bereiche wie z.B. die theoriebezogene Ausbildung, aktiv mitgestalten.
Die gesetzlichen Sozialversicherungen, welche auch in Frankreich über das Unternehmen abgeschlossen werden, entsprechen weitgehend dem deutschen System, wobei die Rentenbeitragszeiten bilateral anerkannt werden. Die Compagnons verpflichten allerdings zum Abschluß einer privaten Zusatzversicherung, welche einen Großteil der in Frankreich geltenden Selbstbeteiligungen übernimmt und zu einer privaten Haftpflichtversicherung.
Ein Großteil der ehmaligen Auszubildenden nutzt nach der Gesellenprüfung das Angebot, auf die Tour de France zu gehen um sich beruflich und kulturell weiterzubilden. 98% der Absolventen bleiben langfristig in ihrem erlernten Beruf!!!
Als Ausbildungsvergütung fordern die Compagnons du Devoir für ihre Azubis - je nach Alter und Lehrjahr - einen Betrag , der über dem üblichen Niveau liegt.
Leider deckt dieser aber nicht alle Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Ausgaben für Werkzeug, incl. einem geringen Taschengeld etc..
Alle Teilnehmer benötigen deshalb eine monatliche Unterstützung von 800,- FF, die in der Regel von den Eltern oder einem europäischen Fond übernommen wird.
Bei einem mittelfristigen Aufenthalt in einem anderen Land werden neben der Festigung der Sprachkenntnissen auch die Mobilität gefördert und wichtige Erfahrungen im Umgang mit anderen Kulturen gesammelt.
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