Vom Mittelalter zur Gegenwart
SEIT DEM MITTELALTER BERUHT DAS BESTREBEN DER COMPAGNONS DU DEVOIR DARAUF, JUNGEN MENSCHEN DURCH VERMITTLUNG EINES HANDWERKS UND UNTERSTÜTZUNG WÄHREND DER TOUR DE FRANCE EIN FOUNDAMENT FÜR IHR ENGAGEMENT IN BERUF UND GESELLSCHAFT ZU GEBEN.
Die Baustellen der Gothik gelten als Ursprung der Compagnons du Devoir. Die damals entstandenen Bauwerke geben noch heute Zeugnis vom Niveau des handwerklichen Könnens und spiegeln das Bewußtsein der am Bau beteiligten Menschen wieder.
Erstmals organisierten sich in den dortigen Bauhütten die unterschiedlichen Gewerken und vertraten neben den beruflichen, auch die sozialen Interessen ihrer Mitglieder.
In dieser Zeit galt es als Privilig, von einer Baustelle zur anderen ziehen zu dürfen, und als Zeichen dieser "Freiheit" wurden den Gesellen zwei goldene Ohrringe verliehen, die eine zerissene Kette symbolisierten.
Die industrualisierung in Europa ließ auch in Frankreich die Zahl der Wandergesellen stark zurückgehen und zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestand die Gefahr, diese alte Tradition zu verlieren.
Mit dem Zusammenschluß der bis dahin auf sich allein gestellten Korporationen, die kaum noch eine Zukunft hatten, entstand 1941 die heutige Form der Vereinigung französischer Wandergesellen, die ASSOCIATION OUVRIÈRE DES COMPAGNONS DU DEVOIR (AOCD) welche insgesamt 21 Gewerke umfasst.
Die Neuorganisation der Bewegung hatte eine Wiederbelebung der Wanderschaft zur Folge. So entstanden schon in den ersten Jahrzehnten die meisten eigenen Herbergen in Frankreich, aber auch in Städten wie Köln, Brüssel und Florenz. Heute bieten sie über 2.700 Wandergesellen Kost und Logis und ein ideales Umfeld für die berufliche und kulturelle Weiterbildung.
Seit etwa zwanzig Jahren gehört auch die Ausbildung von Lehrlingen zu den Aufgaben der Compagnons. Die eignen Ausbildungszentren übernehmen hier sowohl die Aufgabe der Berufsschule als auch die überbetriebliche Ausbildung und arbeiten in enger Partnerschaft mit den Ausbildungbetrieben.
Dank der grenzüberschreitenden Aktivitäten konnte der Fettenhof in Köln ab 1976 von den Compagnons zur europäischen Begegnungsstätte für Handwerker ausgebaut werden. Er bietet heute 60 französischen und deutschen Handwerkern Kost und Logis und dient als Zentrale für die Aktivitäten der Compagnons in ganz Deutschland.
Das Angebot der Compagnons du Devoir stellt gerade heute eine interessante Bereicherung für die Berufsausbildung in Europa dar, denn es fördert die Mobilität und Kompetenz von Handwerkern und trägt somit zum Erhalt des Arbeitsplatzes bei.
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